Buch. Bild. Provokation – Medienstadt Nürnberg

st_lorenz_080Am 23. April 2015 eröffnete die Lutherbotschafterin Margot Käßmann in der Lorenzkirche den Aktionszeitraum zum Nürnberger Schwerpunktjahr der Lutherdekade mit einer Ansprache:

2017 jährt sich zum 500. Mal der so genannte Thesenanschlag in Wittenberg. Kann das ein Grund zum Feiern sein? Historisch ist inzwischen höchst zweifelhaft, ob Luther seine 95 Thesen tatsächlich an die Tür der Schlosskirche nagelte, ob es ein anderer war oder sie lediglich vervielfältigt wurden. Zudem wird der Beginn der Reformation eher auf die Verbrennung der Bannbulle 1520 festgelegt, 1517 war Luther – wie wir heute sagen würden – ein „Reformkatholik“. Seine Thesen zum Ablasshandel könnten die meisten römischen Katholiken im 21. Jahrhundert unterschreiben!
Und: Ist die Feier eines Reformationsjubiläums überhaupt angemessen? Kann denn eine Spaltung gefeiert werden? Müssen wir uns nicht die Schattenseiten der Reformation bewusst machen, etwa Luthers Antijudaismus. Sollte eine Kirche, die mit zurückgehenden Mitgliedszahlen, Spar- und Strukturdebatten zu kämpfen hat, überhaupt feiern? Darf es einen „Event“ geben, wo eher wissenschaftliche Debatten angesagt sind?

Das sind einige von vielen Anfragen an das Reformationsjubiläum, die mich immer wieder erreichen. Lassen Sie mich versuchen, einige Antworten zu skizzieren, die stets auch die Frage nach unserer reformatorischen Existenz heute stellen. Meine These lautet, um das schon vorweg zu nehmen: Wir können sehr wohl feiern im Jahr 2017! (vollständige Rede)


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