Die Lutherdekade kommt auch in Bayern ins Rollen

Mit dem Jahr 2011 kommt die Lutherdekade auch in Bayern in Bewegung. Gestartet wurde sie am 27. Februar in der Barfüßerkirche in Augsburg mit einem viel beachteten Gottesdienst und einer Predigt von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich.
In Augsburg finden das ganze Jahr über Veranstaltungen zum Themenjahr statt: Tischgespräche, Ausstellungen, Führungen bis hin zum Dramatikerpreis „Meine Freiheit – Deine Freiheit?“. Weiterer Höhepunkt in Augsburg ist das hohe Friedensfest im August.
Aber auch in anderen Gegenden Bayerns tut sich etwas. In Coburg startete ein Projekt „Martin Luther entdecken“. Das auf Schulklassen abgestimmte Programm bietet einen Tag in Coburg von der Veste über die Moritzkirche bis zum Geocaching auf Martin Luthers Spuren. In München veranstaltete die Stadtakademie die hochkarätige, zukunftsweisende Veranstaltungsreihe  „Reformation 21“, in der sich die Kirche auf die Suche nach ihrer zukünftigen Gestalt begibt.  In Nürnberg  entstanden  in einem Netzwerk verschiedener Einrichtungen  Internetseiten, die Materialen zum Thema Taufe zusammentragen.  Ein neu konzipierter Taufkurs für Erwachsene wird  im Herbst in Nürnberg starten.
Das Jahr 2011 steht für Bayern aber auch noch im Zeichen des Aufbaues. Der neu eingerichtete Beirat zur Lutherdekade, der konzeptionell die Themenjahre begleitet und Zielvorstellungen für die Dekade formuliert, nahm seine erst Arbeit auf. Antragsformulare für die Bezuschussung von Projekten wurden entworfen und stehen den Gemeinden und Einrichtungen zur Verfügung. Ganz neu ist die Website der bayrischen Lutherdekade, die das Zentrum der bayernweiten Kommunikation werden soll. (archiv.luther2017-bayern.de). Hier werden alle Informationen, Anträge und Veranstaltungshinweise gebündelt.  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lutherdekade bemühen sich, Gemeinden und Einrichtungen in ganz Bayern zur Teilnahme an der Lutherdekade zu motivieren. Die Städte Augsburg, Coburg, Nürnberg haben sich zusammengetan, um  ein gemeinsames Handeln  zwischen Städten, Tourismus und Kirche zu entwickeln. Der Kirchenkreis Bayreuth hat sich die jeweiligen Jahresthemen zueigen gemacht. Dort werden vielfältige Veranstaltungen für die einzelnen Themenjahre geplant.  Im Kirchenkreiskalender mit Lutherzitaten spiegelt sich das ebenso wider, wie in den Planungen zum Bezirksposaunentag 2012 oder ökumenischen Exerzitien im Jahr „Reformation und Toleranz 2013“.
Die Steuerungsgruppe Kirchenmusik, die die Landesweiten Aktivitäten für 2012 begleitet, stellt im nächsten Jahr nicht nur das „Singen und Sagen“ in den Focus. Zudem stellt sie die Frage „Wie evangelisch ist die evangelische Kirchenmusik“ und beleuchtet das Verhältnis „Wort und Musik“ sowie „artifizielle Musik und Gemeindegesang“. Das Jahr 2012 wird mit dem EKD Projekt „366+1“  starten, einem Konzertband, das mit  täglichen Konzerten  durch die ganze Bundesrepublik ziehen wird und vom  1. bis 21. Januar in Bayerischen Orten starten wird. Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker werden sich vielfältig in das Jahr „Reformation und Musik“ einbringen. Geplant sind u.a. Gottesdienste, Veranstaltungen, Konzerte und  Symposien. Zwei Kompositionswettbewerbe  zu einem kirchenmusikalischen Stück für den gottesdienstlichen Gebrauch  und ein Liedwettbewerb fordern die Kreativität der Kirchenmusik im 21.Jahrhundert heraus.
Auch für die weiteren Themenjahre gibt es schon erste Überlegungen. Nürnberg, die Stadt des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises,  plant im Jahr „Reformation und Toleranz“ (2013) einen Schwerpunkt zum Thema Menschenrechte und  menschenwürdiges Leben.
Und ganz weit nach vorne blicken schon erste Gespräche zur Förderung einer Kooperation zwischen der ELKB und der brasilianischen Partnerkirche im Jahr 2016 (Themenjahr „Reformation und eine Welt“). Was dann 2017 für Bayern bringt, gilt es, gespannt abzuwarten. Alle Interessenten sind aber aufgefordert, sich in die Gestaltung der Dekadenjahre einzubringen und die Lutherdekade in ökumenischer Gesinnung zu einem Erfolg werden zu lassen.