Nachbericht: Die Große Krippe

Große KrippeIn der Advents- und Weihnachtszeit des Jahres 2014 hat der Kirchenkreis Bayreuth in Marktredwitz ein überregional ausstrahlendes Kunst-Projekt realisiert: Die Große Krippe.

In der Projektbeschreibung des Künstlers heißt es: „Die große Krippe ist 80 Meter und 56 cm lang. Die Länge der Krippe resultiert daraus, dass sie aus 2014 Holzlatten besteht, da sie ja im Jahr 2014 aufgebaut werden wird. Für jedes Jahr das seit Christi Geburt vergangen ist, wird eine Holzlatte verwendet. Auf diese Art und Weise kann man erleben, seit wie langer Zeit schon Weihnachten gefeiert wird. Durch die große Krippe wird die große Bedeutung des Weihnachtsfestes ganz konkret erfahrbar gemacht. Sie will zu einer Renaissance der christlich-religiösen Bedeutung des Weihnachtsfestes beitragen.“

  1. Entstehungsprozess des Projektes

Das Projekt „Die große Krippe“ entstand aus einer Idee des Künstlers Martin Burchard, dessen Anliegen es ist, mit Mitteln der Kunst die biblische Botschaft in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Idee wurde im Jahr 2012 von der Regionalbischöfin des Kirchenkreises Bayreuth, Frau Dr. Dorothea Greiner aufgegriffen. Im Herbst 2012 fand sich Marktredwitz als Gemeinde, die bereit war das Projekt vor Ort zu realisieren. Für den Standort sprach die lange Krippentradition in Marktredwitz mit dem jährlichen Krippenweg und die ebenfalls für 2014 geplante Eröffnung einer Krippen-Dauerausstellung im Egerland-Kulturhaus, sowie die Erfahrung der Gemeinde mit Projekten dieser Größenordnung.

Seit dem Jahresende des Jahres 2012 plante die Kirchengemeinde Marktredwitz gemeinsam mit dem Kirchenkreis Bayreuth, den Dekanatsbezirken Selb und Wunsiedel, dem Amt für Gemeindedienst und dem Gottesdienst der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. Der Künstler Martin Burchard knüpfte schnell intensiv Kontakt mit dem Verantwortlichen vor Ort, so dass sich eine lange, furchtbare Zusammenarbeit entwickelte und die Planung auf den Ort abgestimmt werden konnte.

Für die Planung konstituierte sich ein Projektteam um die Regionalbischöfin der Kirchenkreises, Frau Dr. Dorothea Greiner, sowie ein Beirat, bei dem Verantwortliche aus Kirche und Kommune den Projekt mit Rat und Tat begleiteten. In zahlreichen Teamsitzungen entstand ein Exposé, eine Projektplanung und ein Finanzierungsplan. Wesentliche Meilensteine in der Planung war die Beiratssitzung am 6. Februar 2014 in Marktredwitz: Hier fiel die Entscheidung für den Ort, die Pressekonferenz am 4 Juni 2014, in der das Projekt öffentlich gemacht wurde und das Pressegespräch zum Auftakt der Realisation am 26. November 2014.

Die Planungen schlossen eine vielfältige Werbestrategie in öffentlichen und kirchlichen Medien ein. Das Werbekonzept, Logo und Homepage wurde durch die Firma Kann-Medien in Groschlattengrün erstellt.

Parallel zu den Planungen wurde gezielt nach Unterstützern für dieses Projekt gesucht: Als Sponsoren ließen sich die u.a. Sparkassen Oberfrankens, die Evang.-Luth. Landeskirche, die Oberfrankenstiftung, die Lutherdekade und der Kirchenkreis Bayreuth gewinnen. Institutionell wurde das Projekt von der Stadt Marktredwitz, dem Egerlandmuseum Marktredwitz und dem Evang. Bildungszentrum Bad Alexandersbad mitgetragen.

2. Verwirklichung des Projektes

Auch bei der Verwirklichung wirkten viele Kräfte zusammen – vor allem Kräfte aus der Region, die sich für das Projekt gewinnen ließen. Wesentlich war stets die Begleitung durch die Regionalbischöfin und durch das Gottesdienstinstitut in Nürnberg, sowie durch die Mitglieder des Beirats und der Projektteams. Für die Planung zeichnete das Architekturbüro Sticht in Marktredwitz verantwortlich.

Das Holz für die Krippe besorgte günstig die Firma GELO in Weißenstadt. Der Bau erfolgte durch die Firma Holzspezi Reichel in Marktredwitz.

Besondere Unterstützung erfuhr das Projekt durch die Stadt Marktredwitz, sowohl durch OB Dr. Seelbinder, als auch durch ihren Nachfolger OB Oliver Weigel, die Stadtverwaltung, den städtischen Bauhof und viele Einzelpersonen aus Marktredwitz.

Die Kirchengemeinde Marktredwitz übernahm die operative Seite des Projektes, sowie die finanzielle Abwicklung.

3. Projektumfang

Aus dem anfänglich als Ausstellung eines Kunstwerks gedachten Projekt entwickelte sich ein kulturelles und volksmissionarisches Projekt größeren Ausmaßes. Als Zeitraum wurde der 30.11.2014 – 11.1.2015 festgelegt. Die Verantwortlichen des Projektes „Große Krippe“ trugen die Projektidee und die Planung in ihre Gremien und Institutionen. In Marktredwitz fand am 12. Dezember 2014 ein Vorbereitungsveranstaltungen für alle die statt, die sich in die Realisation einbinden lassen wollten: Es kamen Vertreter/innen der Schulen, der Musikschulen, der Kommune, der Geschäftswelt, der Kirchenmusik und der Kirchengemeinden zusammen und planten gemeinsam das „Begleitprogramm“, das das Kunstobjekt immer wieder neu ins Gespräch bringen sollte.

In drei Vorbereitungsveranstaltungen wurden ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer geschult und informiert. Begleitmaterialien für Kinder, Jugendliche, Schulklassen und Erwachsene wurden erstellt.

Das Begleitprogramm sollte enthalten:

  • Täglich mehrere Andachten, sowohl in der Mittagszeit als auch gegen Abend.
  • Begleitende Konzerte und Aktionen an der Großen Krippe und in den umliegenden Kirchengemeinden
  • Das Angebot von Führungen für Gruppen
  • Betreuung und Gesprächsangebote für Einzelbesucher

Als Begleitmaterial erstellte das Gottesdienstinstitut ein Heft mit sieben meditativen und informativen „Krippenwegen“ für Einzelne und Gruppen, die die Bedeutung des Weihnachtsfestes und des Kunstwerkes erschließen.

Als weiteres Begleitmaterial entstand ein Heft mit Erläuterungen zu den an der großen Krippe markierten Jahreszahlen, die einen geschichtlichen Bezug zu Weihnachten in der christlichen Tradition herstellen.

Das Projekt wurde innerhalb der Stadt Marktredwitz unter dem Titel „Faszination Krippe“ koordiniert mit: Dem Egerlandmuseum, dem Marktredwitzer Krippenweg und dem Marktredwitzer Adventsdorf. Ein gemeinsamer Werbeauftritt bündelte die Aktivitäten.

In drei Vorbereitungsveranstaltungen wurden ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer gesucht und informiert.

4. Ereignisse an der Krippe

  • Die feierliche Eröffnung in einem Gottesdienst in der St.- Bartholomäuskirche Marktredwitz und anschließend an der Krippe fand durch die Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner und unter Mitwirkung von Regierungspräsident Wilhelm Wenning und vielen anderen Persönlichkeiten des kirchlichen und öffentlichen Lebens statt.
  • In den 44 Tagen der Ausstellung wurden 88 Andachten angeboten. Mehr als 30 Personen übernahmen Andachten. Dabei wirkten ca. 35 Musikgruppen mit. Die Gruppen kamen vor allem aus dem Kirchenkreis Bayreuth, der Region Oberfranken und der angrenzenden nördlichen Oberpfalz.
  • 20 Konzerte gaben die ganze Bandbreite christlicher Musik vom klassischen Vokalensemble bis zur Rockband wieder.
  • Das Projekt „Oberfranken leuchtet“ setzte vom 13.12.-26.12.14 die Krippe und die Umgebung effektvoll in Szene.
  • Ein Aktionstag „Sarajevo“ mit einer Paketaktion brachte über 100 € für ein Hilfsprojekt ein.
  • Dr. Johannes Rehm. Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt stellte sein Buch „ Arbeitswege“ an der großen Krippe vor.
  • Michael Bammessel, Präsident der Diakonie in Bayern sprach an der Großen Krippe.
  • Synodalsenior der Evangelischen Kirche der böhmischen Brüder, Joel Ruml aus Prag, besuchte die Krippe mit einer Gruppe aus Cheb.
  • Die Diakonie beteiligte sich mit mehreren Aktionstagen am Programm.
  • Das kirchliche Werk Centrum Mission Eine Welt kam zu Vorträgen und Workshops.
  • 40 Schulklassen besuchten die Krippe und gestalteten teilweise selbst Andachten.
  • das Evangelische Bildungszentrum Bad Alexandersbad, dass Evang. Bildungswerk Selb- Wunsiedel und das Egerlandmuseum führten im Rahmen des Projektes Vortragsveranstaltungen durch.
  • Bei der Aktion „Futterkrippe“ wurden an der Krippe Glühwein, Punsch und Kaffee verteilt.
  • Bei verschiedenen Anlässen gab es Eintopf, Bratwürste und andere Spezialitäten zum Essen. Die „Bauwagenkirche“ des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt stand an der Krippe bereit und diente als Ort für Andachten und Gespräche, sowie für Informationsmaterial.
  • Das Jugendzentrum Marktredwitz unterstützte das Projekt durch Mitwirkung bei Veranstaltungen und durch seine Räumlichkeiten.

5. Resonanz

Die Andachten an der Krippe wurden von ca. 2500 Personen besucht. Ungefähr 3000 Broschüren „Krippewege“ halfen Besuchern beim Entdecken der Großen Krippe, außerdem wurden ca. 3000 Informationsbroschüren zu den Geschichtsdaten verteilt.

Kirchliche Gruppen kamen hauptsächlich aus der Umgebung, aber auch aus Hamburg und aus Tschechien. Insgesamt ca. 1000 Besucher erhielten mit ihren Gruppen Führungen Die Musikensembles kamen aus Nürnberg, Bamberg, Kulmbach, Bayreuth, Selb und aus den Gemeinden der Umgebung. Zahlreiche Konfirmandengruppen aus den umliegenden Dekanaten nutzten die Angebote. Einzelpersonen aus ganz Deutschland besuchten die Große Krippe

Die geschulten Mitarbeitenden an der Krippe führten zahlreiche Gespräche über den Sinn des Weihnachtsfestes und den Glauben, sowie über die geschichtliche Dimension des christlichen Glaubens, aber auch über ganz persönliche Glaubenseinstellungen der Besucherinnen und Besucher. Die Besucher konnten die Vielfalt der christlichen Verkündigung und Musik zu Weihnachten an der Krippe erleben und in einem öffentlichen Raum eine leichten Zugang zum Thema Glaube und Kirche finden.

Aus dem Kiosk an der großen Krippe wurden 2400 Becher Glühwein und Punsch verteilt und ebenso viele Lebkuchen, gespendet von der Firma PEMA in Weißenstadt.

Mediales Echo

Im Zusammenspiel mit der Krippenausstellung „ Eine Welt im Kleinen“ und dem Adventsdorf war das Thema Krippe und die Frage, was Advent und Weihnachten eigentlich bedeutet in den Wochen vor Weihnachten durchgehend präsent,im Stadtgespräch und in den Medien. Die lokale und die kirchliche Presse begleiteten das Projekt mit zahlreichen Reportagen Hörfunkbeiträge im Bayerischen Rundfunk, im lokalen Rundfunksenden sowie im Evangeliumsrundfunk trugen zur überregionalen Verbreitung bei.( s. Pressespiegel und Links auf der Homepage www.diegrossekrippe.de)

6. Abschlussbewertung

Die Projektabsicht wurde so formuliert:

„Die Große Krippe wird Menschen ganz unterschiedlicher Prägung ansprechen: Besucher der Fußgängerzone und Ausflügler aus der Region werden durch die Größe und die Lage des Kunstwerks angesprochen. Sie begegnen im Trubel der Adventszeit und nach Weihnachten der Botschaft von der Geburt Jesu Christi, die im Kunstwerk eine schlichte Gestalt gewinnt. Die große Krippe weckt Aufmerksamkeit und Neugier und lädt Menschen ein, sich mit dem Kern der Weihnachtsbotschaft auseinanderzusetzen. Vor Ort bekommen die Besucher Anregungen zu Besinnung. Gemeindegruppen und Kreise, die die Große Krippe aufsuchen, feiern hier Andacht. Sie erleben Gemeinschaft an einem besonderen Ort. Wer hier der Botschaft von Jesu Geburt begegnet, soll dies in seinem Herzen weitertragen.“

Die ca. 5000 Besucherinnen und Besucher, sowie die zahllosen Passanten, die das Projekt große Krippe erlebt haben, wurden unmittelbar durch das Kunstwerk oder durch Informationsmaterial, Führungen und persönliche Gespräche mit der Weihnachtsbotschaft in Berührung gebracht.

Über die Berichterstattung in den Medien wurde eine noch größere Öffentlichkeit erreicht.

In Marktredwitz und in der Region trug das Projekt zu einer tieferen Auseinandersetzung mit dem Thema Krippe auch in Hinsicht auf den traditionellen Krippenweg und die Bewahrung und Erneuerung der Krippentradition bei.

Die Große Krippe wird in den kommenden Jahren an weitere Orte wandern und ihre Wirkung weiter entfalten.

Dekan Dr. Volker Pröbstl


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