Reformation 21

Hans Küng hat beim Ökumenischen Kirchentag in München eine „Zweite Reformation“ gefordert. Er meinte die Katholische Kirche. Doch auch für die Evangelische Kirche stellen sich tief greifende Fragen im Blick auf ihre Glaubwürdigkeit und Gestalt im 21. Jahrhundert.
Mit dem Projekt „Reformation 21“ beteiligt sich die Evangelische Stadtakademie München an der bundesweiten Dekade, die auf das Reformationsjubiläum 2017 zuführt.

Sommersemester 2011

Wachsen gegen den Trend?                            
Schrumpfen mit dem Trend?
Die Kirche auf der Suche nach ihrer zukünftigen Gestalt

Den Prognosen nach wird die Evangelische Kirche bis 2030 ein Drittel weniger Mitglieder und nur noch die Hälfte ihrer Einnahmen haben. Lässt sich dieser Trend noch einmal umkehren? Oder muss sich die Kirche auf eine neue Rolle in der Gesellschaft einstellen?

OKR Dr. Thies Gundlach, EKD – zuständig für den Reformprozess “Kirche der Freiheit. Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert” mit dem Motto: “Wachsen gegen den Trend”
Prof. Dr. Gert Pickel, Religionssoziologe, Uni Leipzig – vertritt die Gegenthese: “Schrumpfen mit dem Trend. Die Säkularisierung setzt sich fort und die Kirchen sollten sich ihr stellen”
Thomas von Mitschke, Senior Direktor bei McKinsey, berät die Deutsche Bischofskonferenz und sagt: “Wer nicht wachsen will, hat schon verloren”

Dienstag, 15.03.11, 19.00 Uhr
Ort: Evangelische Stadtakademie München
€ 7.-/6.-; Anmeldung erbeten
Konzeption: Jutta Höcht-Stöhr, Kontakt: Siglinde Wuillemet

Reformation 21: Thesenanschlag                        
Von den Fragen des 16. zu denen des 21. Jahrhunderts

Mit dem Thesenanschlag an der Tür zur Schlosskirche von Wittenberg begann dem protestantischen Gründungsmythos zufolge die Lutherische Reformation. Thesenanschläge waren damals allerdings ein eingeführtes universitäres Verfahren, um zu Disputationen einzuladen. Dies versuchen wir: drei durchaus streitbare Mitglieder der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität stellen jeweils drei Thesen auf, welche Fragen eine Reformation für das 21. Jahrhundert dringend angehen müsste.

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf, Systematische Theologie und Ethik
Prof. Dr. Gunter Wenz, Fundamentaltheologie und Ökumene
Prof. Dr. Michael von Brück, Missions- und Religionswissenschaft

Dienstag, 24.05.11, 19.00 Uhr
Ort: Evangelische Stadtakademie München
€ 7.-/6.-; Anmeldung erbeten
Konzeption: Jutta Höcht-Stöhr, Kontakt: Siglinde Wuillemet

Christsein – nur nicht in der Kirche?                            
Kirchenmitgliedschaft im 21. Jahrhundert

Studientag des Evangelisch-Lutherischen Dekanats München

„Believing without Belonging“ (Glauben ohne Zugehörigkeit) beschreibt ein Verhältnis von Menschen zur Institution Kirche, das unter Umständen mit dem Verhältnis zu anderen Großinstitutionen wie Parteien und Gewerkschaften vergleichbar ist: Menschen geben an, sich durchaus als Christen zu verstehen, sie wollen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Institution Kirche mit ihren Ambivalenzen und ihren finanziellen Verpflichtungen gehören. Auch wenn sie aus der verfassten Kirche austreten, fühlen sie sich dem christlichen Glauben verbunden. Der Studientag geht diesem Phänomen soziologisch und theologisch nach und fragt nach Konsequenzen für kirchliches Handeln.

Prof. Dr. Jan Hermelink, Praktische Theologie, Universität Göttingen
Prof. Dr. Armin Nassehi, Institut für Soziologie, Universität München
Prof. Dr. Axel Denecke, Hauptpastor i.R., Prof. em. für Praktische Theologie, Universität Hamburg
Dr. Dorothea Deneke-Stoll, Präsidentin der Landessynode der ELKB

Samstag, 09.07.11, 9.00 – 16.30 Uhr

Bitte Einzelprospekt anfordern.

Wintersemester 2011/2012

„Hinkende Trennung“ zwischen Kirche und Staat                     
Was muss sich ändern im Staatskirchenrecht?

In Zusammenarbeit mit dem Forum SPD und Kirche und der Petra-Kelly-Stiftung

„Hinkende Trennung“ nennt man das Verhältnis von Staat und Kirche, das in der deutschen Verfassung verankert ist: kein Staatskirchentum, aber auch kein beziehungsloser Laizismus. Vielmehr steht die Verfassung der Bundesrepublik der öffentlich ausgeübten Religion positiv gegenüber. Dies gilt verfassungsgemäß für alle Religionen. Gleichwohl haben die christlichen Kirchen durch völkerrechtliche Konkordate und Kirchenverträge historisch bedingte Sonderrechte.

Was ist der Stellenwert und die kulturelle Bedeutung von Religionsgemeinschaften in einer liberalen Demokratie und wie kann ein zeitgemäßes Religionsverfassungsgesetz in Deutschland aussehen?

Ist unser Religionsrecht noch zeitgemäß?
Prof. Dr. Stefan Korioth, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Kirchenrecht, LMU

Die aktuellen Überlegungen und Positionen der Kirchen
KR Dieter Breit, Beauftragter der Evang.-Luth. Kirchen in Bayern für Beziehungen zum Bayerischen Landtag und zur Bayerischen Staatsregierung
Domdekan Dr. iur. can. Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern

Anfragen und Positionen der Parteien
Ulrike Gote, Religionspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag
Thomas Hacker, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag
Alexander König, stellv. Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag
Franz Maget, SPD, Vizepräsident des Bayerischen Landtags
Florian Streibl, Kirchenpolitischer Sprecher der Freien Wähler im Bayerischen Landtag

Donnerstag, 10.11.11, 18.00 – 22.00 Uhr
Ort: Evangelische Stadtakademie München
Eintritt frei; Anmeldung erbeten
Konzeption: Jutta Höcht-Stöhr, Kontakt: Siglinde Wuillemet

Kirche, wohin?                                
Der Dialogprozess – eine Zwischenbilanz

In Zusammenarbeit mit dem Forum der Jesuiten St. Michael

Erzbischof Robert Zollitsch hat im Herbst 2010 einen umfassenden Dialogprozess in der Katholischen Kirche in Deutschland angestoßen, um verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat diese Initiative von Anfang an aufgegriffen und unterstützt. Alois Glück, einer der wichtigsten Vertreter des Katholizismus in Deutschland, zieht eine Zwischenbilanz.

Alois Glück, Präsident des Bayerischen Landtags a.D. und Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken

Dienstag, 22.11.11, 19.30 Uhr
Ort: Forum der Jesuiten, Maxburgstr. 1
Eintritt frei, Spenden erbeten.
Konzeption: P. Karl Kern SJ, Jutta Höcht-Stöhr; Kontakt Siglinde Wuillemet

Uni-Dialoge
Vom Kulturprotestantismus zum Kulturkatholizismus?                
Glauben im 21. Jahrhundert

Der Kulturprotestantismus war die prägende Kraft des selbstbewussten Bürgertums des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Geht seine Zeit mit dem Bürgertum zu Ende? In jüngster Zeit hat der Soziologe Armin Nassehi die These vertreten, dass die nachbürgerliche Welt gleichsam „katholischer“ werde. Würde der Katholizismus eine zeitgemäße kulturelle Form finden, könnte – so seine Behauptung –  ein „Kulturkatholizismus“ jene Bedeutung für das 21. Jahrhundert bekommen, die der Kulturprotestantismus für das späte 19. Jahrhundert hatte. In diesem Uni-Dialog diskutiert er mit einem der profiliertesten Vertreter des Protestantismus.

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf, Systematische Theologie und Ethik, LMU
Prof. Dr. Armin Nassehi, Soziologie, LMU

Mittwoch, 07.12.11, 19.15 Uhr
Ort: Hauptgebäude der LMU
Eintritt frei.
Konzeption: Jutta Höcht-Stöhr, Kontakt: Siglinde Wuillemet

Zukunft der Kirche                                    
Herausforderungen für das 21. Jahrhundert

Beide Kirchen sind derzeit mit großen Herausforderungen konfrontiert. Sie müssen ihre Rolle für das 21. Jahrhundert finden – mit vermutlich geringeren Mitteln und Mitgliedszahlen, aber dadurch vielleicht auch in positiver Weise herausgefordert zur Kommunikation und zu neuer Qualität. Wo liegen die Schlüsselfragen? Wie sind die Weichen zu stellen? Zu Beginn seiner Amtsperiode als neuer Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern nimmt Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm Stellung zu Zukunftsfragen der Evangelischen Kirche.

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
im Gespräch mit Matthias Drobinski, Redakteur Feuilleton, SZ

Dienstag, 07.02.12, 19.00 Uhr
Ort: Evangelische Stadtakademie München
€ 8.-/7.-; Anmeldung erbeten
Konzeption: Jutta Höcht-Stöhr, Kontakt: Siglinde Wuillemet


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