Frauen im Dialog

Toleranz der Woche

Nr. 08: Frauen im Dialog

Zusammenleben in gegenseitiger Wertschätzung und in der Wahrnehmung der Verschiedenheit

Seit 11 Jahren gibt es in Freising die „Frauen im Dialog“, eine rein ehrenamtliche Gruppe zur Integration ausländischer Frauen.

Neben der Vermittlung von Kenntnissen, die ausländischen Frauen bei der Integration in unsere Gesellschaft helfen sollen, geht es vor allem darum, sich über die Lebenserfahrungen aus den unterschiedlichen Heimatländern auszutauschen und so den Horizont der Einheimischen wie der Zugewanderten zu erweitern und zu bereichern. Durch die gemeinsame Auswahl und Gestaltung der Themen wird eine gleichberechtigte Begegnung, echter Austausch und Näherkommen erst möglich. Ziel ist immer, den Blick zu weiten für die andere Kultur und Religion und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. „Wir wollen ein Zusammenleben in gegenseitiger Wertschätzung und in der Wahrnehmung der Verschiedenheit“. Gemeinsame Feiern zu jahreszeitlichen und kulturellen Anlässen stärken den Zusammenhalt und bilden Höhepunkte im Lauf des Jahres.

Frauen im Dialog Zwischen Speisen und Laptop Willkommen bei FiD, 10-Jahresfeier 2012 Gemeinsam gestalteter Wandteppich Themenvormittag im Wald Themenvormittag im Gemeindehaus Elisabeth Früstück Adelheid Nast

Kontakt:
Adelheid Nast, Tel. 08161/532873 (Mail)
Elisabeth Früstück, Tel. 08161 / 2346517 (Mail)


Rahmenbedingungen der FiD

Jeden Montagmorgen um neun Uhr treffen sich Frauen aus den verschiedensten Nationen für zwei bis drei Stunden im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirche in Freising. Die Teilnahme ist offen, eine verbindliche Anmeldung nicht erforderlich.

Die Ausrichtung der Gruppe auf Frauen hat sich bewährt. Erstaunlich schnell entsteht auch bei neuen Teilnehmerinnen Vertrauen und Solidarität und eine regelmäßige Teilnahme ohne feste Verpflichtung. Kinder können stets mitgebracht werden und werden in alle gemeinsamen Treffen mit einbezogen.

Die Themen der Vormittage werden ein halbes Jahr im Voraus geplant und von den Teilnehmerinnen in kleinen Gruppen vorbereitet und gestaltet. Ein fester Stamm von 10 bis 15 Mitarbeiterinnen trifft sich dafür mindestens einmal im Monat zusätzlich zu einem Planungstreffen. Referenten von außerhalb stellen ihre Kenntnisse und Beiträge in der Regel kostenlos zur Verfügung. Umfassend unterstützt wird das rein ehrenamtliche Projekt durch die evangelische Gemeinde in Freising: Sie stellt Räumlichkeiten und andere Infrastruktur zur Verfügung, das evangelische Bildungswerk ist offizieller Träger der Initiative.

Wichtig ist die Vernetzung und enge Zusammenarbeit der „Frauen im Dialog“ mit anderen Gruppen und sozialen Einrichtungen wie dem Migrationsausschuss der Stadt Freising, dem „Treffpunkt Ehrenamt“, der Diakonie, der Caritas, dem Kinderschutzbund, dem „Müttercafé“, der Migrationsberatung, der Moscheegemeinde und den örtlichen Kulturvereinen verschiedener Nationen.

Inhaltliche Arbeit der FiD

Eine zentrale Bedeutung hat die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Damit der Dialog möglich ist, wird in der Gruppe Deutsch geübt, meist, indem über ein gemeinsames Thema gesprochen wird, aber wenn notwendig auch im Einzelunterricht, um Grundkenntnisse zu vermitteln. Für den „Deutschkurs“ gibt es eine eigene Planungsgruppe.

Beispiele für Themen und Aktionen der Vormittage:

  • Austausch über kulturell unterschiedliche Umgangsformen, den Zeitbegriff, Tischkulturen, Begrüßungsformen usw.
  • Alltägliche Erziehungsfragen
  • Praktische Informationen zum deutschen Bildungs- oder Rechtssystem (mit einer Grundschullehrerin bzw. einer Rechtsanwältin)
  • Telefontraining
  • Themen wie Arztbesuch, Öffentlicher Verkehr, Wohnungssuche und Mietrecht, Sportvereine
  • Gemeinsames Tanzen
  • „Stadtspiel“: Unterwegs in Freising mit einem Fragebogen,  zu zweit oder dritt, mit einem Zielpunkt für alle
  • Filmvormittag mit anschließender Diskussion
  • Yogastunde (mit ausgebildeter Yogalehrerin)
  • Bericht einer Polizistin über ihren Berufsalltag
  • Kreatives (z.B. Wandteppich aus individuell gestaltetenEinzelteilen)
  • Gemeinsame Besuche von Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten der Stadt. Stadtführung in München
  • Einladung zu einer Führung bei der Freisinger Feuerwehr
  • Besichtigung eines ökologisch geführten Bauernhofs