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Toleranz der Woche

Nr. 13: Café der Nationen

Bei dem „Café der Nationen“ handelt es sich um einen Treff von Frauen  verschiedener Länder und Kulturen. Wir treffen uns jeden Mittwoch von 10.00 – 12.00 Uhr außer in den Schulferien. Zu den Grundgedanken des Konzepts gehört, dass wir unter den Frauen auch immer eine starke deutsche Beteiligung haben. Ziel ist einerseits, den Frauen im Gespräch deutsche Kultur und deutsche Sprache näher zu bringen. Dies geschieht am natürlichsten im Gespräch mit deutschen Frauen. Andererseits erhalten die deutschen Frauen Einblicke in die Lebensbedingungen anderer Länder und Kulturen.

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Kontakt:
Katrin Neumann
Die Nachbarschaftshilfe – deutsche und ausländische Familien
Goethestr. 53, 80336 München
Tel.: 089 / 53 71 02, Mail


Wir bieten eine Kinderbetreuung an. Zu jedem Café-Vormittag gehört das Singen von Liedern mit den passenden Kreisspielen und Basteln. Beides wird von einer Mitarbeiterin mit Opstapje-Ausbildung angeleitet. In diese Aktionen sind die Mütter immer einbezogen. Sie lernen dadurch deutsches Liedgut kennen,  verbessern ihr Deutsch und lernen es, sich mit ihrem Kind zu beschäftigen.

Ursprünglich war das Café überwiegend als Müttertreff gedacht. So hat er auch im ersten Jahr funktioniert. Von deutscher Seite haben wir fast ausschließlich ältere Teilnehmerinnen im Großmutteralter. Die Verbesserung des Deutschen und die Vermittlung von Kulturwissen geschah bisher mehr en passant im Gespräch.

Erst in letzter Zeit haben wir durch persönliche Kontakte plötzlich einen so großen Zustrom auch von Frauen ohne Kinder, dass wir das Konzept etwas umgestellt haben und jetzt bei jedem Treffen einen Text zu einem aktuellen Thema aus der Zeitung lesen. Wir klären dabei vor allem neue Wörter und unterhalten uns anschließend über das Thema. Nur in Ausnahmefällen haben Teilnehmerinnen noch nicht die Fähigkeit, eine deutsche Zeitung zu lesen. Dann bemühen wir uns, ihnen eine eigene Gesprächspartnerin zur Seite zu stellen, damit sie auf ihrem eigenen Niveau Fortschritte machen können und nicht beim Zeitungslesen
frustriert werden. – Eine ausgebildete Lehrerin für Intergrationskurse geht dabei auf die jeweiligen Bedürfnisse individuell ein.

Die Themen sind vielschichtig: Vom Krankenhaussystem in Brasilien, der Türkei oder dem Iran, über Fomen des Protests in Afghanistan, der Türkei und dem Iran: es gibt immer etwas Neues, was alle  beschäftigt. Gleichzeitig lernen die zugereisten Frauen, wie es in Deutschland funktioniert.

Außerdem erhalten die Frauen Unterstützung bei Fragen nach Weiterbildung, der Anerkennung von Zeugnissen oder Voraussetzungen für eine Ausbildung. Manche Frauen sind nur ein oder zweimal beim Café der Nationen dabei und dann bereits in einem richtigen Sprachkurs mit Kinderbetreuung untergekommen.

Auch gemeinsame Ausflüge werden geplant, wie beispielsweise in die Stadtbibliothek, von der die Frauen sehr begeistert waren. Der Pfarrer der Gemeinde hat im Hof der Kirche ein kleines Beet zur Verfügung gestellt. Für die Pflanzung und Pflege werden auch die Kinder mit einbezogen.