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Toleranz der Woche

Nr. 20: Eine Rabbinerin in der Kirche

Zentraler Gottesdienst des Dekanats Michelau zum Reformationstag

Zum Ende des Themenjahres Reformation und Toleranz stellt das Dekanat Michelau das schwere Erbe der Reformationsgeschichte „Luther und die Juden“ in den Fokus des Reformationsgottesdienstes am 31. Oktober 2013 um 19 Uhr. Im Anschluss an den Gottesdienst wird die Rabberin Dr. Antje Yael Deusel aus Bamberg eine Kanzelrede halten und für Gespräche mit der Gemeinde zur Verfügung stehen.

Kontakt:
Evang.-Luth. Dekanat Michelau
Dekan Johannes Grünwald
Kirchplatz 5
96247 Michelau
Tel.: 09571 / 982020; Mail
www.dekanat-michelau.de

Einladung zum Reformationsgottesdienst (pdf zum Download)

„Lehre, lehre immer wieder und entscheide das Beste für die ganze Menschheit“.

Mit diesen Worten wurde Frau Dr. Antje Yael Deusel am 23. November 2011 in ihr Amt als Rabbinerin eingeführt. Sie ist die erste deutschstämmige Jüdin, die auch in Deutschland zur Rabbinerin ausgebildet wurde. Sie ist Urologin und praktiziert in einer urologischen Gemeinschaftspraxis in Bamberg. Außerdem hat sie einen Lehrauftrag im Fach Judaistik an der Universität Bamberg.

Das Thema „Reformation und Toleranz“ ist ein wichtiges aber zugleich auch sehr heikles Thema, sowohl was den Dialog zwischen den Religionen als auch, was die Geschichte des Judentums und des Christentuns betrifft. Der Reformator Dr. Martin Luther war – vor allem im Alter – aus heutiger Sicht kein Vorbild für tolerantes Verhalten gewesen. Im Gegenteil. Er hat in einer für uns heute unerträglichen Weise gegen Juden, Türken und „Papisten“ gewettert. Aber die Kirche der Reformation hat sich weiterentwickelt und erkannt, dass ein Freund–Feind-Denken der Religionen nicht zum Frieden führt.

Nach dem Gottesdienst und der anschließenden Kanzelrede gibt es Gelegenheit, in der Michelauer Kirche miteinander und mit Frau Dr. Deusel ins Gespräch zu kommen.

Johannes Grünwald, Dekan