Wege zu Cranach

Wege zu CranachLukas Cranach d.Ä. (1472 – 1553), Freund und Trauzeuge Martin Luthers, hat diesen und seine Familie mehrmals portraitiert. Zur Vorbereitung auf das Themenjahr 2015 „Reformation. Bild und Bibel“ macht sich die Stadt Kronach zusammen mit weiteren Lutherstädten auf eine Entdeckungsreise auf den „Spuren einer Malerfamilie“.

Seit 2010 arbeiten Lutherstadt Wittenberg und die Stadt Kronach immer dann, wenn es um Lucas Cranach geht, eng zusammen. Als ein zentrales Projekt nahmen sich beide Städte zu Beginn der Partnerschaft vor, eine städteübergreifende Cranach-Route ins Leben zu rufen, die Orte mit einem besonderen Bezug zur Malerfamilie Cranach unter einem Dach vereinen sollte. Denn – so die Grundidee – neben den Museen, in denen weltweit Cranach-Gemälde zu sehen sind, stellen auch die Stätten, an denen die Malerfamilie Cranach gelebt und gewirkt hat, interessante kulturtouristische Reiseziele dar.

Im März 2011 war es dann soweit und unter dem Motto „Wege zu Cranach“ unterzeichneten zunächst acht Partner eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung: Coburg, Dessau-Roßlau, Eisenach, Gotha, Kronach, Lutherstadt Wittenberg, Schneeberg und Weimar. Wenig später kamen noch Erfurt und Neustadt an der Orla hinzu.

Die Ziele, die in der Kooperationsvereinbarung niedergeschrieben sind, lauten u.a.: die allgemeine Förderung eines auf die Malerfamilie Cranach bezogenen Kulturtourismus, eine gemeinsame Entwicklung und Vermarktung touristischer Produkte, die Vermittlung des aktuellen Forschungsstandes zu den Cranach-Werken vor Ort und die Herausbildung von ortsspezifischen Themenschwerpunkten bei einer gleichzeitigen Qualitätsentwicklung in der Didaktik und schließlich 2015 die Teilnahme am Themenjahr „Bild und Bibel“ der Lutherdekade.

Um diese anspruchsvollen Ziele zu erreichen, ist man am 29.11.2011 in Lutherstadt Wittenberg einen Schritt weiter gekommen. Denn dort konnte die Kooperation erstmalig ihre gemeinsame Broschüre vorstellen, mit der sich alle kunst- und kulturinteressierten Reisenden zukünftig über die Cranach-Angebote der zehn Orte informieren können. Mit diesem Heft – so Dr. Kerstin Löw von der Kronacher Geschäftsstelle der „Wege zu Cranach“ – sei mehr als nur ein Werbeflyer entstanden. Vielmehr handele sich schon um einen kleinen Reiseführer mit vielen Einblicken in Cranachs Leben und sein Wirken in Bayern und Mitteldeutschland. Neben der Broschüre, die übrigens auch in englischer
Sprache für internationale Besucher vorliegt, präsentierte Ulrike Heß, Lucas-Cranach-Beauftragte der Stadt Kronach, zudem die Wort-Bild-Marke, unter der die Partner alle ihre Cranach-Aktivitäten fortan vereinigen werden: eine grafisch gestaltete Variante der geflügelten Schlange, also des Familienwappens, das Cranach 1508 verliehen wurde.

Cranach-Forscherin Dr. Elke Anna Werner von der Freien Universität nutzte schließlich die Gelegenheit und gab einen Ausblick auf die nächsten Projekte der Kooperation, deren wesentliches Kennzeichen ja eine enge Zusammenarbeit von Touristik und Wissenschaft ist. Und folgerichtig sollen im kommenden Jahr die Weichen für ein internetbasiertes
Cranach-Portal gelegt werden, mit dem das Leben und Wirken der für die Geschichte der Reformation so hoch bedeutenden Malerfamilie Cranach auch mit Hilfe des wichtigsten Mediums der Gegenwart – dem Internet – einer breiten nationalen und internationalen Öffentlichkeit vermittelt werden soll. Die geplante Webseite soll zum einen natürlich die Städte der „Wege zu Cranach“ inklusive touristischer Serviceinformationen und aktueller Veranstaltungshinweise präsentieren, aber eben auch mit eng der Cranach-Forschung verknüpft sein, so dass der interessierte Nutzer z.B. neueste Forschungsergebnisse zu einzelnen Cranach-Werken nachlesen oder sich in einem Forum über verschiedene
Cranach-Themen mit anderen weltweit austauschen kann.

Erster Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein aus Kronach und Oberbürgermeister Eckhard Naumann aus Lutherstadt Witttenberg dankten allen Beteiligten der Kooperation und zeigten sich zuversichtlich, dass dieses innovative Touristik- und Wissenschaftsprojekt erfolgreich in die nächste Phase der Umsetzung gehen wird.

Kronach, 01.12.2011
gez. Dr. Kerstin Löw
Geschäftsstelle „Wege zu Cranach“
Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb der Stadt Kronach
Marktplatz 5
96317 Kronach


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